# Warum sagen Chinesen "Jinye-Mangel"? Dein Körper ist nicht durstig, sondern ihm fehlen Schmieröl und Kühlflüssigkeit

Eine Frage

Kennst du das?

Du wachst morgens auf, und dein Mund ist so trocken, als hättest du die ganze Nacht Watte gekaut. Du springst auf und kippst ein Glas kaltes Wasser hinunter, was die Kehle kurz befeuchtet, aber nach einer halben Stunde ist sie wieder trocken. Nicht Durst, sondern "Befeuchtung kommt nicht an".

Du sitzt in einem klimatisierten Raum vor dem Computer, und deine Augen werden immer trockener. Du tropfst Augentropfen rein, was für fünf Minuten hilft, dann sind sie wieder trocken. Nicht Müdigkeit, sondern "die Augen haben kein Öl mehr".

Im Sommer spielst du Basketball und schwitzt dich komplett aus, bist schwindelig und siehst verschwommen. Du trinkst eine Flasche eisgekühlte Cola, fühlst dich aber immer noch nicht fit. Nicht Hitze, sondern "Kühlflüssigkeit ist übermäßig verloren gegangen".

Ältere Menschen stehen morgens auf, und ihre Knie knirschen. Beim Hinsetzen und Aufstehen fühlen sich die Gelenke an wie rostige Scharniere. Nicht Alter, sondern "nicht genug Schmieröl".

Du gehst ins Krankenhaus, lässt Blutzucker, Schilddrüsenfunktion und Nierenfunktion untersuchen, und der Arzt sagt: "Alle Werte sind normal, trink mehr Wasser und achte auf ausreichend Ruhe."

Du gehst zu einem TCM-Arzt. Der alte Meister wirft einen Blick auf deine Zunge und sagt: "Jinye-Mangel."

Du hast Wasser getrunken, bis dein Bauch sich wie ein Ballon anfühlt, und er sagt immer noch Jinye-Mangel? Was ist dieses Jinye überhaupt, und was ist der Unterschied zu Wasser?

Noch absurder ist, dass Chinesen, wenn sie jemanden loben, sagen: "Diese Person hat reichlich Jinye, sie hat gute Gesichtsfarbe"; und wenn sie einen Ort als lebenswert beschreiben, sagen sie: "Dieser Ort hat reichliches Jinye, hervorragende Menschen und geistiges Land". Das gleiche Wort, einmal für den Körper, einmal für Feng Shui. Was ist das überhaupt für ein Ding?

Die traditionelle chinesische Erklärung

"Jin" und "Ye" sind in der TCM eigentlich zwei verschiedene Dinge, aber für Laien reicht es, sich eine Metapher zu merken: Sie sind beides "Wasser" im Körper, aber nicht das Wasser, das du getrunken hast, sondern das vom Körper selbst verarbeitete, nützliche Wasser.

Die TCM unterteilt Jinye in mehrere Kategorien, aber im Alltag musst du dir nur vier "Flüssigkeiten" merken:

Speichel (唾液, Tuòyè) – Das Schmiermittel der Mundhöhle. Sprechen, Essen, Schlucken – das geht alles nur damit. Wer reichlich Speichel hat, hat feuchte Lippen, spricht flüssig und isst mit Appetit. Wer Speichel-Mangel hat, hat einen trockenen Mund, Mundgeruch, stockendes Sprechen und muss zu trockenem Reis Suppe trinken, sonst kann er es nicht hinunterschlucken. Speichel ist wie das Schmiermittel in der Mundhöhle, ohne das läuft der Mund wie eine Maschine nicht.

Tränen (泪液, Lèiyè) – Die Scheibenwaschflüssigkeit der Augen. Sie schützt den Augapfel, schmiert die Hornhaut und spült Staub weg. Wer reichlich Tränen hat, hat strahlende, lebendige Augen und weint auch bei starkem Wind nicht. Wer Tränen-Mangel hat, hat trockene, juckende Augen mit geröteten Äderchen, kann die Augen nach einer halben Stunde vor dem Bildschirm nicht mehr aufhalten und hat Tränenfluss, sobald der Wind bläst. Tränen sind wie die Scheibenwaschflüssigkeit der Augen, ohne sie ist die Sicht verschwommen und die Oberfläche leicht zerkratzt.

Schweiß (汗液, Hányè) – Die Kühlflüssigkeit des Körpers. Sie reguliert die Wärmeabgabe, entgiftet und reguliert die Körpertemperatur. Wer normal schwitzt, schwitzt bei Bewegung, hat einen durchlässigen Körper und verträgt den Sommer gut. Wer Schweiß-Mangel hat, schwitzt entweder ohne Bewegung (Spontanschweiß), schwitzt nicht, wenn es heiß ist (Schweißblockade), oder ist schwindelig und kraftlos nach dem Schwitzen (Kollaps). Schweiß ist wie die Kühlflüssigkeit eines Autos, bei normalem Kreislauf überhitzt der Motor nicht; bei einem Defekt kocht er entweder über oder friert ein.

Gelenkflüssigkeit (关节液, Guānjié Yè) – Das Schmieröl der Lager. Sie sorgt für flexible Gelenke, puffert Druck und reduziert Reibung. Wer reichlich Gelenkflüssigkeit hat, kann sich mühelos hinsetzen und aufstehen und geht mit Schwung. Wer Gelenkflüssigkeit-Mangel hat, hat knirschende Knie, Schmerzen beim Treppensteigen und kann sich nicht hinsetzen oder aufstehen. Gelenkflüssigkeit ist wie das Schmieröl in den Lagern einer Maschine, bei genügend Öl läuft es seidenweich, bei zu wenig Öl reibt es trocken und geht früher oder später kaputt.

Diese vier Flüssigkeiten zusammen ergeben das, was die TCM als "Jinye" bezeichnet. Es ist keine spezifische Substanz, sondern die Summe aller Schmier- und Kühlungssysteme des Körpers – Sekretion, Zirkulation, Regulation und Schutz, alles ist darin enthalten.

Die Alten waren sehr schlau. Sie entdeckten, dass es im Körper eine Art "selbst verarbeitetes Wasser" gibt, das den Betrieb aufrechterhält. Wenn es reichlich vorhanden ist, hast du strahlende Augen, einen feuchten Mund, glatte Haut und flexible Gelenke; wenn es knapp wird, ist der ganze Körper trocken, knirscht und rostet. Sie wussten nicht, wie sie es benennen sollten, und verwendeten das einfachste Wort: "Jinye" – Jin bedeutet ursprünglich Fährhafen und wird hier auf fließende Flüssigkeit übertragen; Ye bedeutet etwas, das fließen kann und befeuchtend wirkt.

Gut, jetzt übersetzen wir "Jinye" in moderne Sprache.

Ich werde nicht über Extrazellulärflüssigkeit, Gewebsflüssigkeit, Schleimhautsekretion oder Synovialflüssigkeit sprechen. Zu kompliziert. Du musst dir nur eine Metapher merken:

So einfach ist das. Dein "Jinye" ist im Grunde die funktionalen Flüssigkeiten, die dein Körper selbst produziert und selbst verteilt. Aber es ist nicht Leitungswasser, das du einfach hineinschütten kannst und fertig.

Konkret:

Wem entspricht Speichel? Er entspricht der "aktiven Sekretionsfähigkeit" der Mundschleimhaut. Wenn du beim Anblick von leckerem Essen wässrig wirst, ist das nicht Gier, sondern der Körper, der im Voraus Schmiermittel zur Vorbereitung der Verdauung sekretiert. Wenn die Speicheldrüsenfunktion nachlässt, ist die Mundhöhle trotz reichlich getrunkenem Wasser noch trocken, denn Wasser ist nicht Speichel – Speichel enthält Verdauungsenzyme, antimikrobielle Proteine und Mukine und ist eine vom Körper verarbeitete "hochwertige Flüssigkeit".

Wem entspricht Tränen? Sie entspricht der "homöostatischen Sekretionsfähigkeit" der Tränendrüsen. Tränen sind nicht nur da, wenn man weint, sondern sie werden jede Minute sekretiert, nur in so geringer Menge, dass du sie nicht siehst. Wenn du auf den Bildschirm starrst und nicht blinzelst, verdunsten die Tränen zu schnell, und die Augen werden trocken. Augentropfen können nur vorübergehend helfen, denn sie sind von außen zugefügt und nicht die vom Körper selbst eingestellte Rezeptur.

Wem entspricht Schweiß? Er entspricht dem "Temperaturregulationssystem" deines Körpers. Schwitzen bedeutet nicht nur Wasser abgeben, sondern auch Stoffwechselabfälle (Harnstoff, Salze, Milchsäure) ausscheiden und dabei Wärme abführen. Nach dem Sport ist das, was durch starkes Schwitzen verloren geht, nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte und Energie. Wenn du nur Wasser trinkst, aber keine Elektrolyte zuführst, wird der Körper immer schwächer.

Wem entspricht Gelenkflüssigkeit? Sie entspricht der "Schmier- und Pufferfähigkeit" der Gelenkschleimhaut (Synovialmembran). Gelenkflüssigkeit ist nicht stehendes Wasser, sie zirkuliert und erneuert sich bei Gelenkbewegung und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Bei längerem Sitzen ohne Bewegung zirkuliert die Gelenkflüssigkeit nicht, wie wenn das Schmieröl abgesetzt hat – die Gelenke rosten natürlich. Umgekehrt, bei übermäßiger Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit herausgepresst und verloren, und der Knorpel reibt direkt aufeinander, was auch zu Verschleiß führen kann.

"Jinye-Mangel" bedeutet also nicht "zu wenig Wasser getrunken". Es sagt aus: Die Fähigkeit des Körpers, diese funktionalen Flüssigkeiten zu produzieren, zu verteilen und zu zirkulieren, ist zurückgegangen.

Die Alten hatten kein Mikroskop, aber mit dem Konzept "Jinye" beschrieben sie präzise das, was moderne Menschen mit vier Begriffen erklären müssen: "Schleimhautsekretionsfunktion", "Tränenfilmstabilität", "Temperaturregulationseffizienz" und "Gelenkflüssigkeitszirkulation".

Alltagsbeispiele

Vier Geschichten, die dir sofort verdeutlichen, was "Jinye" ist.

Beispiel eins: Trockener Mund, Wassertrinken hilft nicht gegen den Durst.

Du bist bis zwei Uhr morgens wach geblieben, und am nächsten Tag ist dein Mund so trocken wie eine Wüste. Du kippst zwei große Gläser warmes Wasser hinunter, was die Kehle kurz befeuchtet, aber nach einer halben Stunde ist sie wieder trocken. Du denkst, es sei "Hitze aufgestiegen" (上火, Shànghuǒ), trinkst Chrysanthemen-Tee und Lübsterbse-Suppe, aber es bleibt trocken.

Die TCM sagt: "Jinye-Mangel." Du verstehst nicht: Ich habe doch einen Bauch voll Wasser getrunken, wie kann es dann noch Mangel haben?

Die Wahrheit: Wachbleiben bis spät in die Nacht schadet dem Yin, und die "Flüssigkeitsverarbeitungsfabrik" des Körpers hat die Arbeit eingestellt. Das Wasser wird hineingeschüttet, aber nicht zu Speichel, Schleimhautflüssigkeit oder Gewebsflüssigkeit verarbeitet, sondern direkt als Urin ausgeschieden. Du trinkst Wasser, aber der Körper braucht "verarbeitete Flüssigkeit". Die Rohstoffe stapeln sich im Lager, aber die Produktionslinie läuft nicht, und das Produkt fehlt trotzdem.

Beispiel zwei: Trockene, juckende Augen, Augentropfen machen sie immer trockener.

Du sitzt jeden Tag zehn Stunden in einem klimatisierten Raum vor dem Bildschirm, und deine Augen sind so trocken wie die Sahara. Du tropfst japanische Import-Augentropfen rein, die kühl und stimulierend wirken, fünf Minuten lang gut, dann wieder trocken. Du hast mehrere Sorten Augentropfen ausprobiert und wirst immer abhängiger.

Die TCM sagt: "Die Leber öffnet sich in die Augen, und Jinye kann nicht nach oben befeuchten." (肝开窍于目, Gān Kāiqiào Yú Mù) Du verstehst nicht: Was hat das mit der Leber zu tun?

Die Wahrheit: Die Tränensekretion ist ein aktiver Regelungsprozess. Wenn du lange auf den Bildschirm starrst, sinkt die Blinzelfrequenz von 20-mal pro Minute auf 5-mal, der Tränenfilm verdunstet zu schnell, und die Tränendrüsen sind erschöpft. Die Konservierungsmittel in den Augentropfen können außerdem die Hornhautzellen schädigen, und je mehr du tropfst, desto trockener werden die Augen. Das ist kein Problem des Wassermangels, sondern das "Tränenproduktionssystem" hat streikt. Die Augen ausruhen, warme Kompressen anlegen und die natürliche Sekretion fördern ist wirksamer als Augentropfen.

Beispiel drei: Nach dem Sport starkes Schwitzen, Schwindel und Kraftlosigkeit.

Im Sommer gehst du laufen, und nach fünf Kilometern kannst du aus dem T-Shirt Wasser auswringen. Du kommst nach Hause, trinkst zwei Flaschen eisgekühltes Wasser, legst dich hin und auszuruhen, und dann wirst du schwindlig, übel und schwach in den Gliedmaßen. Du denkst, es sei eine "Hitzschlag" (中暑, Zhòngshǔ), aber die Körpertemperatur ist normal.

Die TCM sagt: "Zu viel Schwitzen, Jinye entweicht nach außen, und Qi folgt dem Jinye." (汗出过多,津液外泄,气随津脱) Du verstehst nicht: Schwitzen ist doch nicht Entgiftung? Wie kann es dann einen Mangel verursachen?

Die Wahrheit: Schweiß ist nicht reines Wasser, er enthält Natrium, Kalium, Chlor und Glukose. Nach starkem Schwitzen nur reines Wasser zu trinken, verdünnt die Elektrolyte im Blut und verschlimmert die Elektrolytungleichgewicht. Schwindel und Kraftlosigkeit entstehen, weil zu viel "Kühlflüssigkeit" verloren gegangen ist, und der Körper in einen schützenden Energiesparmodus wechselt. Die richtige Vorgehensweise ist, salziges Wasser oder Sportgetränke zu trinken, um Elektrolyte zu ergänzen.

Beispiel vier: Knie knirschen, kann sich nicht hinsetzen.

Du bist Ende dreißig, stehst morgens auf, und deine Knie knirschen. Beim Hinsetzen, um die Schuhe zu binden, musst du dich an der Wand abstützen. Du denkst, es sei "Kalziummangel", hast ein halbes Jahr lang Kalziumtabletten genommen, aber es knirscht immer noch. Röntgenbilder machen, und der Arzt sagt: "Die Knochen sind in Ordnung, vielleicht ist der Knorpel abgenutzt."

Die TCM sagt: "Jinye befeuchtet nicht, die Gelenke verlieren ihre Nahrung." (津液不濡,关节失养) Du verstehst nicht: Was haben Knorpel und Jinye miteinander zu tun?

Die Wahrheit: Der Gelenkknorpel hat keine Blutgefäße, seine Nährstoffversorgung erfolgt ausschließlich über die Gelenkflüssigkeit. Wenn die Gelenkflüssigkeit nicht ausreicht oder nicht zirkuliert, bekommt der Knorpel keine Nährstoffe, wie wenn die Lager einer Maschine trocken reiben. Langfristiges Trockenreiben führt dazu, dass der Knorpel dünner wird und schließlich abnutzt. Kalzium ergänzen heißt, die Knochen zu stärken, nicht die Gelenkflüssigkeit. Mäßige Bewegung, um die Gelenkflüssigkeit zu zirkulieren, ist das wahre "Schmieröl nachfüllen".

Vier Beispiele, eine zugrunde liegende Logik: Die Effizienz der Produktion und Nutzung funktionaler Flüssigkeiten im Körper hat ein Problem.

Moderne Forschung

Gibt es wissenschaftliche Studien zu "Jinye"?

Ja, aber Wissenschaftler verwenden nicht das Wort "Jinye". Sie verwenden:

Schleimhautsekretionsfunktion. Studien zeigen, dass Menschen, die lange wach bleiben und unter Stress stehen, eine Speicheldrüsensekretion um mehr als 30% verlieren, und der Immunglobulin-A-Gehalt (IgA) im Speichel sinkt ebenfalls. Das ist die moderne Darstellung von "Speichel-Mangel" – nicht zu wenig Wasser getrunken, sondern die Drüsenfunktion ist gehemmt.

Tränenfilmstabilität. Augenärztliche Studien zeigen, dass Patienten mit dem Video-Display-Terminal-Syndrom (VDT) eine deutlich verkürzte Tränenfilm-Bruchzeit und eine reduzierte Tränensekretion haben. Das ist die wissenschaftliche Version von "Tränen-Mangel" – nicht, dass den Augen Wasser fehlt, sondern die homöostatische Sekretion der Tränendrüsen ist gestört.

Temperaturregulation und Elektrolytgleichgewicht. Sportmedizinische Studien zeigen, dass nach starkem Schwitzen, wenn nur reines Wasser zugeführt wird, eine Hyponatriämie (Natriummangel im Blut) entstehen kann, die zu Schwindel, Übelkeit und sogar Bewusstlosigkeit führt. Das ist die wissenschaftliche Erklärung für "Schwitzen schadet dem Jinye" (汗出伤津) – es geht nicht nur um Wasserverlust, sondern um den Verlust funktionaler Flüssigkeiten, die Elektrolyte enthalten.

Gelenkflüssigkeitszusammensetzung. Studien zeigen, dass Gelenkflüssigkeit Hyaluronsäure, Glucosamin und Chondroitin enthält, und diese Bestandteile mit zunehmendem Alter abnehmen. Bei Menschen, die lange sitzen, ist die Flüssigkeitszirkulation schlecht, und die Knorpelnährstoffversorgung ist unzureichend. Das ist der mikroskopische Mechanismus von "Gelenkflüssigkeit-Mangel" – nicht, dass den Knochen Kalzium fehlt, sondern das Schmier- und Nährstofftransportsystem ist weniger effizient.

Diese Studien sind nicht zahlreich, aber sie gehen in dieselbe Richtung: "Jinye" beschreibt den Gesamtzustand der Produktion, Verteilung und Zirkulation funktionaler Flüssigkeiten im Körper, nicht eine spezifische Substanz und auch nicht einfach "zu wenig Wasser getrunken".

Praktische Methoden

Wenn du "Jinye" verstanden hast, wie füllst du es auf?

Zuerst einige Missverständnisse aufklären:

Wasser in dich hineinschütten kann Jinye nicht auffüllen. Wasser gehört der Natur, Jinye wird vom Körper verarbeitet. Zu viel Wasser zu trinken belastet die Nieren und führt dazu, dass mehr Elektrolyte ausgeschieden werden. Menschen mit Jinye-Mangel trinken nicht zu wenig, sondern die Fähigkeit des Körpers, Flüssigkeiten zu verarbeiten, ist zurückgegangen. Hineinschütten ist wirkungslos, kleine Schlucke in langsamen Abständen sind wirksamer.

Augentropfen können Tränen nicht ersetzen. Künstliche Tränen können nur vorübergehend befeuchten, aber die Tränendrüsenfunktion nicht reparieren. Langfristige Abhängigkeit führt zu geschädigten Hornhautzellen, und je mehr du tropfst, desto trockener werden die Augen. Die Augen ausruhen, warme Kompressen anlegen und die natürliche Sekretion fördern ist der richtige Weg.

Kalziumtabletten können Gelenkflüssigkeit nicht auffüllen. Kalzium ergänzt die Knochenhärte und Nervenleitung, Gelenkflüssigkeit wird von der Synovialmembran sezerniert, und die Zusammensetzung ist völlig anders. Kalzium ergänzen hat für knirschende Gelenke kaum einen Effekt, mäßige Bewegung zur Förderung der Flüssigkeitszirkulation ist die wahre Lösung.

Konkrete Methoden:

Kleine Schlucke in langsamen Abständen trinken. Nicht hineinschütten, sondern kleine Schlucke, mehrmals, warm. Jedes Mal 100-150 Milliliter, um dem Verdauungssystem Zeit zur Absorption und Umwandlung zu geben. Eiswasser reizt den Magen-Darm-Trakt und senkt die Absorptionseffizienz. Warmes Wasser ist am nährendsten für den Menschen, das ist das, was die Alten als "Jinye warm nähren" (温养津液) meinten.

Saftige Lebensmittel essen. Birnen, Wassermelonen, Silberohr-Pilz (银耳, Yín'ěr), Lilien (百合, Bǎihé), Lotuswurzel (莲藕, Lián'ǒu) – der "Saft" dieser Lebensmittel wird vom Körper leichter in Jinye umgewandelt. Es geht nicht darum, dich bis zum Anschlag mit Obst vollzustopfen, sondern wasserreiche, leicht verdauliche Lebensmittel zu bevorzugen, um die Belastung des Verdauungssystems zu reduzieren und Energie für die Jinye-Produktion zu sparen.

Mäßige Bewegung. Spazierengehen, Schwimmen, Tai Chi – diese niedrig intensiven Bewegungen fördern die Zirkulation der Körperflüssigkeiten, einschließlich Gelenkflüssigkeit, Gewebsflüssigkeit und Lymphflüssigkeit. Bei Menschen, die lange sitzen, stagniert die Flüssigkeitszirkulation, wie bei stehendem Wasser in einem Teich, das leicht stinkt. Bewegung bringt Jinye zum "Leben".

Nicht bis spät in die Nacht wach bleiben. Das ist der wichtigste Punkt. Zwischen 23 und 3 Uhr nachts ist die Schlüsselzeit für die Reparatur und Erzeugung von Jinye. Wenn du in dieser Zeit wach bleibst, ist das, als würdest du die "Flüssigkeitsverarbeitungsfabrik" unbezahlt die ganze Nacht Überstunden schieben lassen. Kurzfristig ist es okay, langfristig geht Jinye garantiert verloren.

Die Luft im Raum befeuchten. In klimatisierten oder beheizten Räumen liegt die Luftfeuchtigkeit oft unter 30%, und die Verdunstung von Jinye in Haut, Augen und Atemwegen wird beschleunigt. Das ist nicht das Problem deines Körpers, sondern die Umgebung stiehlt dir dein Jinye. Ein Luftbefeuchter auf 50-60% Luftfeuchtigkeit einstellen, um unnötige Verdunstung zu reduzieren und dem Körper etwas Öl zu ersparen.

Diese Methoden erfordern nicht, dass du an die TCM glaubst. Du musst nur verstehen: Dein Körper ist kein Eimer, in den du Wasser schüttest und der dann voll ist. Der Körper ist eine komplexe Flüssigkeitsverarbeitungsfabrik, Rohstoffe müssen verarbeitet, Produkte müssen verteilt, und der Kreislauf muss durchgängig sein. Du sorgst für das gesamte System, nicht für eine einzelne Kennzahl.

Zusammenfassung in einer Minute

🕐 Jinye in einer Minute verstehen

Jinye = Das Schmieröl und die Kühlflüssigkeit des Körpers.

Speichel = Mundschmiermittel (unverzichtbar für Sprechen und Essen).

Tränen = Augenscheibenwaschflüssigkeit (schützt den Augapfel).

Schweiß = Körperkühlflüssigkeit (reguliert Wärme und entgiftet).

Gelenkflüssigkeit = Lagerschmieröl (sorgt für flexible Gelenke).

Anzeichen von Jinye-Mangel: Trockener Mund, trockene Augen, Schwindel nach dem Schwitzen, knirschende Gelenke – der ganze Körper ist trocken, knirscht und rostet.

Ursachen: Spätes Wachbleiben, langes Sitzen, Wasser in sich hineinschütten, übermäßige Augenanstrengung, trockene Klimaanlagen-Räume.

Methoden: Kleine Schlucke in langsamen Abständen trinken, saftige Lebensmittel essen, mäßige Bewegung, nicht bis spät wach bleiben, die Luft im Raum befeuchten.

Die Alten nannten es "Jinye", moderne Menschen nennen es "funktionaler Flüssigkeitsstoffwechsel".

Die Namen sind verschieden, aber der Körper weiß: Ohne Öl läuft die Maschine nicht; ohne Flüssigkeit ist der Körper trocken.

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